ZIA-Mitglied HochTief. Zur drohenden Elbphilharmonisierung der Barbarossastraße

Gegen die Immobilienkonferenz am 23.05.2012 im Gasometer/Berlin-Schöneberg! Hier ein Statement von unmittelbar Betroffenen:
Die Kiezinitiative Barbarossa kämpft dagegen, daß das Haus Barbarossastr. 59/60 vom ZIA-Mitglied HochTief abgerissen und an seiner Stelle ein „Riesen-Betonklotz“ mit 80 Eigentumswohnungen (m²-Preis ab 3.500,- € aufwärts) und Tiefgarage entsteht. Hier einige Informationen über HochTief:
− Aktiengesellschaft mit 4 Divisionen: H/T Americas, H/T Asia Pacific, H/T Concessions, H/T Europe, Sitz Essen
− Umsatz der AG: 20,159 Mrd € (2010)
− Vorstandsvorsitzender Frank Stieler, Aufsichtsratvorsitzender Manfred Wennemer
− 70.657 Mitarbeiter (2010)
− gegründet 1875
− 1937 alle jüdischen Mitarbeiter entlassen
− 1943 Führerbunker gebaut
− 17.6. 2011 übernimmt spanischer Konzern ACS knapp über 50% der H/T-Anteile

Aktuelles Wohnprojekt in Berlin : Fontanepromenade Kreuzberg, 31 Eigentumswohnungen

Aktuelle Projekte in Hamburg:
– Marco Polo(Strandkai der neuen Hafencity), Stadtquartier 21

Ein Wort über das wegen seiner Kostenentwicklung umstrittene Projekt Elb-Philharmonie:
Baubeginn: 2007, Fertigstellung: 2010, durch mehrfache Verzögerungen wahrscheinlich 2014 oder 2015.
Kosten für die Stadt: 114 Mrd. € bei Vertragsabschluss 2007; Gesamtkosten 2011 auf 476 Mrd. € (Schätzungen, die auf Mehrkostenforderungen und Kosten durch die Bauverzögerung beruhen, die von der Stadt nicht anerkannt werden). Baudienstleister und teilweise Vermarkter: Adamanta KG, gemeinsame Gesellschaft aus Hochtief Construction AG und CommerzLeasing. Einsatz zweier Parlamentarischer Untersuchungsausschüsse. Anlässlich des Richtfestes skandierten einige Demonstranten, das Gebäude sei ein „Schandmal für die Reichen“.

In einem Presseartikel heißt es, der HochTief-Konzern beschubse die Bauherren mit grundlosen Änderungs- und Behinderungsanzeigen und liefere selbst mangelhafte Qualität wie scheckigen Sichtbeton in der Parkgarage und „Betongeklecker auf der historischen Kaispeicherfassade“. Jens Kerstan, Hamburger Politiker der Grün-Alternativen Liste (GAL): „Der Konzern hätte von Anfang an wissen müssen, dass der Angebotspreis nicht ausreiche. Hochtief hätte darauf gebaut, dass sie „anschließend mit Hilfe ihrer Rechtsabteilung die Stadt ausplündern könnten.“ Bei den Architekten heißt es, das Claim Management der Bauausführung sei so brutal, wie sie es noch nie erlebt hätten. Das „Dickicht aus Behinderungs- und Verzögerungsanzeigen“ aufgrund von Nachforderungen, Beschwerden und Mängellisten führe zu 20 bis 40 Briefen täglich, worunter die Motivation der Mitarbeiter auf allen Seiten leide.

Na , das sind doch Gute Aussichten, die auf die Schöneberger Bürger und ihr Bezirksamt zukommen, oder?