Infoveranstaltung am 6.6.

Kotti-GecekonduVor über einer Woche haben Nachbar_innen am südlichen Kottbusser Tor ein „Gecekondu“, eine inoffizielle Erweiterung ihrer Wohnungen, am Kotti aufgebaut. Damit protestieren sie gegen für sie unbezahlbare Mieten im sozialen Wohnungsbau, gegen die Ignoranz der beiden Immobiliengesellschaften GSW und Hermes, und für politische Maßnahmen, die die Verdrängung in ihrer Nachbarschaft stoppt.
Im Gecekondu machen wir morgen eine Infoveranstaltung mit dem neuesten Stand zur Jahrestagung der Immobilienwirtschaft und den Protesten dagegen. Davor gibt’s ein Konzert von Dota und die Stadtpiraten, danach wird ein Film gezeigt. Kommt zum Kotti-Gecekondu (Ecke Admiralstr../Skalitzer Str.), unterstützt die Initiative „Kotti & Co“ und informiert euch über die Proteste am 18.6.!

Fang den Bus!

Fang den BusWenn am 18.6. die „Entscheidungsträger_innen“ nach einem harten Tag voller Entscheidung tragen Feierabend haben, schmeißt die TLG ein Edeldinner in der Kulturbrauerei im Prenzlauer Berg. Für die Initiative „Fang den Bus“ Anlass genug, auf die Pirsch zu gehen und den Damen und Herren schon auf dem Weg zum Abendessen in gediegener Athmosphäre den Appetit zu verderben. Alles weitere hier.

Tag der Immobilienwirtschaft im Gasometer

Am gestrigen Mittwoch stellte der ZIA bei seinem „Tag der Immobilienwirtschaft“ seine „ausgezeichneten Kontakte in die Politik“ (Zitat Werbefilmchen) unter Beweis. Wie gut unser Verhältnis zu den geladenen Gästen ist, kann dem folgenden kleinen Clip entnommen werden:


'Begrüßung' der Damen und Herren Immobilienspekulant_innen

Ministerrochade

Da Ex-Bundesumweltminister Röttgen aus der Regierung entlassen wurde, muss auch beim morgigen Tag der Immobilienwirtschaft der Plan umgerückt werden: Röttgen scheint nun nichts substanzielles mehr zum Programm beitragen zu können und wurde dementsprechend gestrichen. Dafür darf nun der frischgekrönte Neuminister Altmeier seinen „ersten Auftritt“ am Abend vorführen, wie der ZIA stolz verkündet. Kleiner Titelvergleich: Um 16 Uhr spricht Rösler zu „Immobilienwirtschaft als unverzichtbarer Partner der Energiewende“. Drei Stunden später Altmeier zu „Immobilienwirtschaft als Baustein der Energiewende“.
Außerdem ist Reinhard Müller, Vorstand der EUREF AG, in den Kreis der Redner aufgestiegen und darf ein paar Willkommensworte verlieren.

„EUREF ist das Projekt eines Immobilienentwicklers oder, um bei der Berliner Bezeichnung für dieses fragwürdige Gewerbe zu bleiben, eines Baulöwen. Er hat zwar ein SPD-Parteibuch und hervorragende Verbindungen in diese Partei hinein – doch er hat bewiesen, dass er ebenso ‚Freundschaften‘ mit Politikern anderer Provinienz aufbauen kann. Und er weiß über die Begehrlichkeiten der politischen Klasse Bescheid. Der Mann heißt Müller. Reinhard Müller.“1

In einem „Werbevideo“ erläutert Müller, wie seine „Vision“ einer umweltfreundlichen Aufwertung des Quartiers um den Gasometer vorstellt:

Diese Aufstellungsänderungen ändern selbstverständlich überhaupt nichts – weder an Sinn und Zweck dieser Veranstaltung, noch an unserer Situation als Mieter_innen, als Menschen in einer Stadt, die nur mit uns rechnen will. Doch wir sind mehr als Zahlenkolonnen der Buchhaltung bei GSW und Degewo. Wenn sich Politik und Wirtschaft zum ungezwungenen Austausch treffen, werden wir sie mit unserem Protest konfrontieren!

Kommt alle zur Kundgebung am 23. Mai zum Gasometer in Schöneberg!
12 Uhr, Dominicusstr./Torgauer Str. (S-Bhf. Schöneberg)
Nachhaltig agieren – Rendite ruinieren!

Bringt Topfdeckel und alles was Krach macht!

  1. Mathew D. Rose hat Müller und den zwei Flügeln des EUREF (EUREF-Institut gGmbH und die EUREF AG, deren Zweck der Handel mit „bebauten und unbebauten Grunstücken“ ist) ein lesenswertes Kapitel in seinem Oktober 2011 erschienen Buch „Korrupt?“ gewidmet. [zurück]

ZIA-Mitglied HochTief. Zur drohenden Elbphilharmonisierung der Barbarossastraße

Gegen die Immobilienkonferenz am 23.05.2012 im Gasometer/Berlin-Schöneberg! Hier ein Statement von unmittelbar Betroffenen:
Die Kiezinitiative Barbarossa kämpft dagegen, daß das Haus Barbarossastr. 59/60 vom ZIA-Mitglied HochTief abgerissen und an seiner Stelle ein „Riesen-Betonklotz“ mit 80 Eigentumswohnungen (m²-Preis ab 3.500,- € aufwärts) und Tiefgarage entsteht. Hier einige Informationen über HochTief:
− Aktiengesellschaft mit 4 Divisionen: H/T Americas, H/T Asia Pacific, H/T Concessions, H/T Europe, Sitz Essen
− Umsatz der AG: 20,159 Mrd € (2010)
− Vorstandsvorsitzender Frank Stieler, Aufsichtsratvorsitzender Manfred Wennemer
− 70.657 Mitarbeiter (2010)
− gegründet 1875
− 1937 alle jüdischen Mitarbeiter entlassen
− 1943 Führerbunker gebaut
− 17.6. 2011 übernimmt spanischer Konzern ACS knapp über 50% der H/T-Anteile

Aktuelles Wohnprojekt in Berlin : Fontanepromenade Kreuzberg, 31 Eigentumswohnungen

Aktuelle Projekte in Hamburg:
– Marco Polo(Strandkai der neuen Hafencity), Stadtquartier 21

Ein Wort über das wegen seiner Kostenentwicklung umstrittene Projekt Elb-Philharmonie:
Baubeginn: 2007, Fertigstellung: 2010, durch mehrfache Verzögerungen wahrscheinlich 2014 oder 2015.
Kosten für die Stadt: 114 Mrd. € bei Vertragsabschluss 2007; Gesamtkosten 2011 auf 476 Mrd. € (Schätzungen, die auf Mehrkostenforderungen und Kosten durch die Bauverzögerung beruhen, die von der Stadt nicht anerkannt werden). Baudienstleister und teilweise Vermarkter: Adamanta KG, gemeinsame Gesellschaft aus Hochtief Construction AG und CommerzLeasing. Einsatz zweier Parlamentarischer Untersuchungsausschüsse. Anlässlich des Richtfestes skandierten einige Demonstranten, das Gebäude sei ein „Schandmal für die Reichen“.

In einem Presseartikel heißt es, der HochTief-Konzern beschubse die Bauherren mit grundlosen Änderungs- und Behinderungsanzeigen und liefere selbst mangelhafte Qualität wie scheckigen Sichtbeton in der Parkgarage und „Betongeklecker auf der historischen Kaispeicherfassade“. Jens Kerstan, Hamburger Politiker der Grün-Alternativen Liste (GAL): „Der Konzern hätte von Anfang an wissen müssen, dass der Angebotspreis nicht ausreiche. Hochtief hätte darauf gebaut, dass sie „anschließend mit Hilfe ihrer Rechtsabteilung die Stadt ausplündern könnten.“ Bei den Architekten heißt es, das Claim Management der Bauausführung sei so brutal, wie sie es noch nie erlebt hätten. Das „Dickicht aus Behinderungs- und Verzögerungsanzeigen“ aufgrund von Nachforderungen, Beschwerden und Mängellisten führe zu 20 bis 40 Briefen täglich, worunter die Motivation der Mitarbeiter auf allen Seiten leide.

Na , das sind doch Gute Aussichten, die auf die Schöneberger Bürger und ihr Bezirksamt zukommen, oder?