Presseerklärung zu den Aktionen zur Jahrestagung der Immobilienwirtschaft

(19.06.2012) Seit gestern findet im Ritz-Carlton-Hotel am Potsdamer Platz die zweitägige Jahrestagung der deutschen Immobilienwirtschaft statt. 500 Menschen demonstrierten gestern Nachmittag gegen die Tagung. Vom Mehringplatz am Halleschen Tor zogen sie zum Tagungsort. Auf der anschließenden Kundgebung direkt vor dem Hotel wurde von Kiezinitiativen aus der ganzen Stadt von steigenden Mieten berichtet – u. a. in Häusern der Deutschen Wohnen und der GSW, die unter den Teilnehmern der Tagung sind. Zeitgleich behinderten einige Demonstrierende die Abfahrt eines Busses, der Tagungsteilnehmer zum Abendessen in der Kulturbrauerei im Prenzlauer Berg bringen sollte. Dieser konnten nur unter Einsatz von Polizeigewalt den Potsdamer Platz verlassen, von überall schallte es den WirtschaftsvertreterInnen laute Rufe entgegen.

Der Beginn des Abendessens verzögerte sich durch vielfältige Blockaden in Mitte und im Prenzlauer Berg um rund zwei Stunden. Ein erster Versuch, zur Kulturbrauerei vorzudringen, scheiterte an spontanen Fahrradkundgebungen. Der zweite Versuch wurde von Sitz- und Stehblockaden von einigen hundert Menschen stark erschwert. Die Polizei ging dabei teilweise unverhältnismäßig mit Schmerzgriffen gegen Blockierende vor. Der Bus der Tagungsteilnehmer musste sich seinen Weg zum Dinner schließlich im Schrittempo durch eine wütende Menge von Mieterinnen und Mietern bahnen.

David Schuster, Pressesprecher des Bündnisses, das die Demo am Nachmittag organisiert hatte, erklärt hierzu: „Die Investoren haben gemerkt, dass sie nicht willkommen sind. Sie müssen sich gefühlt haben wie strahlender Atommüll. Ein Polizeikonvoi, immer wieder spontane Blockaden und massive Gegenwehr erinnerten an einen Castortransport. Die Mieterinnen und Mieter lassen sich die steigenden Mieten nicht mehr länger gefallen.“